Anästhesiologie

Modernste Narkoseverfahren, gut ausgebildete, hoch spezialisierte Narkoseärzte und modernstes technisches Equipment gewährleisten in der Klinik Lilienthal für jeden Patienten eine individuelle und sichere Narkose.

Narkosevorbereitung

Vor der Operation führen wir mit dem Patienten ein Prämedikationsgespräch, in dem mögliche Risiken abgeklärt, das passende Anästhesieverfahren bestimmt und besondere Fragen oder Wünsche des Patienten besprochen werden.

Erfahrene Anästhesistinnen und Anästhesisten widmen sich dort Ihrer Krankengeschichte, erheben Befunde, führen eine körperliche Untersuchung durch und besprechen mit Ihnen in einem persönlichen Gespräch das für Sie am besten geeignete Narkoseverfahren. Der Anästhesist wird den von Ihnen ausgefüllten Aufklärungsbogen und alle gegebenenfalls vorhandenen Krankenunterlagen besprechen.

Danach wird Ihnen das für Ihre Operation geplante Narkoseverfahren genau erläutert. Sie erhalten Hinweise für das richtige Verhalten vor und nach der Narkose. Besprochen werden ebenfalls mögliche Alternativen bzw. Ergänzungen zum Anästhesieverfahren. Sie können offen Ihre Fragen, Sorgen und Wünsche äußern. Alle relevanten Daten werden auf speziellen Protokollen erfasst und dem Arzt übergeben, der Ihre Narkose durchführen wird.

Die Anästhesiesprechstunde kann auch schon weit im Voraus einer geplanten OP genutzt werden, um gemeinsam mit dem Arzt bestimmte Risiken zu besprechen. Insbesondere Patienten mit schwerwiegenden Vorerkrankungen sollten diese Option nutzen, um eventuelle Therapien für eine Verbesserung der Narkosefähigkeit schon im Vorfeld einzuleiten.

Narkoseverfahren

Im Folgenden möchten wir Ihnen einige Einblicke in die verschiedenen Narkoseverfahren und ihre Techniken geben, die bei uns verwendet werden:

Allgemeinanästhesie

Im Volksmund auch als "Vollnarkose" bekannt, hebt die Allgemeinanästhesie das Bewusstsein, das Schmerzempfinden und meistens auch die Muskelspannung des Patienten vollständig auf. Man unterteilt eine Allgemeinanästhesie grob in drei Phasen, die wir im folgenden kurz erläutern.

1. Vorbereitung auf die Operation

Schon auf der Station bekommen Sie ein Beruhigungsmedikament, welches Ihnen die Anspannung nimmt. Nachdem Sie in den Operationstrakt gebracht wurden, werden Sie vom Anästhesie-Team, bestehend aus Anästhesist und Anästhesiepflegekräften, in Empfang genommen und in den Narkoseeinleitungsraum begleitet. Dort werden wir zunächst noch einmal Ihre Identität überprüfen und Ihnen einige Fragen zu bekannten Allergien, Vormedikationen und zur letzten Nahrungsaufnahme stellen.

Nach Abschluss einiger Vorbereitungen werden wir Sie bitten, mehrere Minuten über eine Sauerstoffmaske zu atmen, um den Sauerstoffanteil im Blut anzuheben. Dies ist nicht unangenehm und dient Ihrer größtmöglichen Sicherheit. Die eigentliche Einleitung der Narkose erfolgt dann durch Medikamentengabe in die Kanüle, die wir im Rahmen der Vorbereitungen in lokaler Betäubung anlegen.

Innerhalb weniger Sekunden werden Sie sehr angenehm einschlafen. Kurz nachdem der Schlafzustand eingetreten ist, wird auch Ihre Atmung aussetzen. Ein Moment, auf den der Anästhesist gut vorbereitet ist. Mit Hilfe eines Beatmungsbeutels prüft der Arzt, ob Sie sich gut beatmen lassen. Ist dies der Fall, wird ein sogenannter Endotrachealtubus (Beatmungsschlauch) in die Luftröhre eingeführt, und Sie werden an das Beatmungsgerät angeschlossen. Bei vielen kürzeren Eingriffen besteht auch die Möglichkeit der Anwendung einer Kehlkopfmaske (Larynxmaske), bei der die Stimmbänder nicht passiert werden und somit keine Heiserkeit/Stimmbandschäden verursacht werden können.

Der Anästhesist nimmt nun alle wichtigen Einstellungen wie Beatmungsdruck, Beatmungsfrequenz, Atemgaszusammensetzung und Narkosegaskonzentration vor. Ist eine größere Operation vorgesehen, wird der Anästhesist nun noch weitere Katheter platzieren, bei kleineren Operationen geht es direkt nach der Narkoseeinleitung in den Operationssaal.

2. Die Narkoseaufrechterhaltung

Während der gesamten Operation und darüber hinaus ist der Narkosearzt unmittelbar bei Ihnen. Zu jedem Zeitpunkt steuert er die Beatmungsparameter und überwacht wichtige Lebensfunktionen, wie Herzfrequenz und Blutdruck. Die Narkose wird kontinuierlich aufrecht erhalten. Die Dosierung der Narkose wird immer an die Operationssituation und an die Kreislaufsituation des Patienten angepasst. Es stehen prinzipiell zwei medikamentöse Verfahren zur Narkoseaufrechterhaltung zur Verfügung.

In der Klinik Lilienthal bieten wir sowohl die „totalintravenöse Anästhesie (TIVA)“ als auch eine „Inhalationsanästhetika-basierte Narkoseführung“ an. Beide Verfahren werden wir Ihnen vor der Operation erläutern. Selbstverständlich kann der Patient eigene Wünsche bezüglich der einzelnen Verfahren mit seinem betreuenden Anästhesisten besprechen. So gewährleisten wir immer die entsprechend notwendige Narkosetiefe. Sollten sich Ihre Kreislaufparameter außerhalb des tolerablen Bereiches befinden, so wird der betreuende Anästhesist umgehend mit kreislaufwirksamen Medikamenten gegensteuern. Sollten Sie während der Operation aus dringenden Gründen Blutprodukte benötigen, so ist auch die Transfusion der verschiedenen Konzentrate die Aufgabe Ihres Anästhesisten.

3. Die Narkoseausleitung

Gegen Ende der Operation verringern wir schrittweise die Gabe von Narkosemedikamenten und stellen sie schließlich ganz ein. Durch eine genaue Kenntnis der Wirkweise der verschiedenen Medikamente ist es in den meisten Fällen möglich, die Narkose auf den Punkt genau zu beenden. Im Idealfall wachen Sie kurz nach der Anlage des Verbandes auf.

Wenn Ihre eigene Atmung wieder ausreichend eingesetzt hat, wird der Anästhesist den Beatmungsschlauch entfernen - ein Vorgang, an den sich die meisten Patienten in aller Regel nicht erinnern. Im Aufwachraum wird der Patient noch für einige Zeit von einem Team aus erfahrenen Ärzten und Pflegekräften betreut. Erst wenn wir sicher sind, dass voraussichtlich keine Komplikationen mehr auftreten werden und Sie stabil und schmerzfrei sind, kommen Sie wieder auf die Normalstation.

Regionalanästhesie

Es muss nicht immer eine Vollnarkose sein; viele Operationen werden heutzutage in regionaler Anästhesie (Teilnarkose) durchgeführt. Dabei spritzt der Anästhesist spezielle Medikamente in die Nähe relevanter Nerven, so dass die Schmerzweiterleitung vom Operationsgebiet zum zentralen Nervensystem blockiert wird. Die Verfahren sind sehr sicher und bieten dem Patienten ein Höchstmaß an Komfort.

Im Gegensatz zur Vollnarkose muss der Patient bei einer Teilnarkose nicht in einen Tiefschlaf versetzt und künstlich beatmet werden. Auch die Nebenwirkungen und Risiken einer Vollnarkose entfallen dadurch. Alle Regionalanästhesie-Verfahren lassen sich mit einer Sedierung, also einem leichten Schlaf mit aufrecht erhaltener Eigenatmung des Patienten, kombinieren. Welches Verfahren für Ihre Operation das richtige ist, besprechen Sie im Aufklärungsgespräch mit Ihrem Anästhesisten.